Die Förderung im Rahmen des Modellvorhabens der Raumordnung „Regionale Steuerung der Siedlungs- und Freiraumentwicklung" rückt Ziele der Innenentwicklung und des Flächensparens, die sich die Kommunen der Werra-Wartburgregion in ihrem regionalen Rahmenkonzept zur Siedlungsentwicklung gesetzt haben, in greifbare Nähe. Im Rahmen des Modellprojekts ein Instrument zu entwickeln, dass unseren internen Prozess der Entscheidungsfindung und des Interessenausgleichs hinsichtlich der Entwicklung von Siedlungsflächen eine verbindliche Umsetzungsstruktur gibt, würde für die Umsetzung unserer regionalen Leitlinien zur Innenentwicklung einen Durchbruch bedeuten. Unsere bisherigen Bemühungen auf Ebene einer informellen Zusammenarbeit der Baulotsen sind insbesondere im Bereich der Flächen- und Innenentwicklung an Grenzen gestoßen, deren Überwindung eine neue Form verbindlicher Abstimmung und eine verbindlich arbeitende Umsetzungsstruktur erfordert. Deren Aufbau in Form einer gemeinsamen Organisationsstruktur und eines gemeinsamen Finanzierungsinstruments (kommunaler Siedlungsfonds) ist jedoch für alle Beteiligten ein völlig neuer Ansatz, der hinsichtlich Zielstellung und Wirkungsweise befürwortet und gewünscht wird, im Detail der Umsetzung jedoch mit großer Sorgfalt vorbereitet und abgestimmt werden muss.
Auf dieser Projektseite finden Sie regelmäßig Veröffentlichungen über den Fortschritt des Modellvorhabens und die Umsetzung der Projektbestandteile.
Abschlusssitzung des Arbeitsgremiums am 04.09.2025
In der 9. Und letzten Sitzung des Arbeitsgremiums im September wurde der Abschluss des Fördervorhabens gewürdigt und die weiteren Schritte zur Gründung der Genossenschaft festgelegt. Zunächst soll eine Fördervoranfrage gestellt werden und weitere Kommunen für die Gründung der Genossenschaft gewonnen werden. Die Absprache zu den weiteren Schritten wird in den Vorstandssitzungen des WWR e. V. erfolgen. Ein Werkstattbericht fasst alle wichtigen Ergebnisse des MORO zusammen.
Einstellen von leerstehenden Gebäuden in die regionale Immobilienbörse: Beispielobjekt mit professionellen Fotos, Beschreibung, KI-Bildern
Um die Sichtbarkeit und Attraktivität von einer Immobilie zu erhöhen, wurden drei leerstehende Beispielobjekte in die regionale Immobilienbörse des Landkreises (KIP – die kommunale Immobilienplattform) eingestellt. Dies umfasste die Präsentation der Objekte, welche durch professionelle Fotos, eine ansprechende Beschreibung und KI-generierte Bilder unterstützt wurde. Das Ziel war es, potenziellen Käufern und Mietern ein umfassendes und ansprechendes Bild des Beispielobjekts zu vermitteln. Für diese Leistung wurden drei Objekte in der Stadt Vacha ausgewählt. Bei den ersten beiden handelt es sich um Wohngebäude in Form von Fachwerkhäusern, eines davon im kommunalen Besitz und bei dem dritten Objekt um die alte Poliklinik am Marktplatz, welche sich im Privatbesitz befindet.
Immobilienvermarktung: Social Media Kampagne für ein Beispielobjekt
Um die Sichtbarkeit und Attraktivität von Immobilien zu erhöhen, wurde außerdem eine gezielte Social Media Kampagne zur Immobilienvermarktung von Beispielobjekten durchgeführt. Diese Kampagne zielte darauf ab, potenzielle Käufer und Mieter über verschiedene Plattformen anzusprechen und die Immobilien effektiv zu präsentieren. Durch kreative Inhalte und gezielte Ansprache wurde das Interesse an der Immobilie gesteigert und die Verkaufs- oder Vermietungsprozesse beschleunigt. Inhalte der Social Media Kampagne waren: Erstellung ansprechender visueller Inhalte, einschließlich hochwertiger Fotos, Videos und virtueller Rundgänge, die die besten Eigenschaften der Immobilien hervorheben. Die Beispielobjekte sind die drei Immobilien aus Vacha, welche auch in die KIP eingestellt wurden. Die Inhalte der Kampagne wurden durch eine Medienagentur erstellt.
Kostenfreie Sanierungsberatungen bzw. Erstellung eines Sanierungskonzeptes für einen Leerstand in Privatbesitz: Sanierungsberatung mit Maßnahmenplan für ein Beispielobjekt
Das Hauptziel ist es, Eigentümern von einem leerstehenden Beispielobjekt Unterstützung zu bieten, um diese Immobilie zu veräußern. Eine individuelle Sanierungsberatung und die Erstellung eines Maßnahmenplans sollen dazu beitragen, die Attraktivität des Objektes zu steigern und die Kaufrisiken insofern zu minimieren, dass der Sanierungsaufwand klar beziffert werden kann. Hierbei werden sowohl bauliche als auch energetische Aspekte berücksichtigt, um eine ganzheitliche Sanierung zu planen. Als Beispielobjekt wurde die alte Apotheke in Barchfeld-Immelborn ausgewählt. Die Sanierungsberatung führte ein Architekturbüro im September durch.
Fördermittelberatung in der Krayenberggemeinde
Ende August fand in der Krayenberggemeinde eine Sprechstunde zu Fördermöglichkeiten statt, zu der öffentlich eingeladen wurde. Insgesamt gab es fünf Interessenten, welche sich zu einem persönlichen Beratungsgespräch durch die IPU GmbH angemeldet hatten. In der Sprechstunde erhielten sie Informationen zu verschiedenen Förderprogrammen wie z.B. „Jung kauft Alt“, Städtebauförderung und Dorfentwicklung, sowie verschiedene Fördermöglichkeiten für Altersgerechtes Wohnen oder Energetische Sanierung.
Infoveranstaltungen zum Thema "Erbschaft und Schenkung" in Werra-Suhl-Tal
Im Juni und August fanden im Rahmen des Reallabors Informationsveranstaltungen zum Thema Erbschaft und Schenkung in Werra-Suhl-Tal statt. Herr Ole Klie von der Kanzlei Klie & Sieber bot an zwei Abende einen umfassenden Überblick über rechtliche und steuerliche Fragestellungen. Rund 80 Interessierte nahmen an den Veranstaltungen teil und hatten die Möglichkeit, ihre Fragen und Anliegen direkt zu äußern. Die Teilnahme und das Interesse, konkrete Fälle und eigene Fragen zur Sprache zu bringen, war sehr groß, was die Wichtigkeit solcher Infoveranstaltungen deutlich machte.
8. Sitzung des Arbeitsgremiums am 17.06.2025
In der 8. Sitzung des MORO-Arbeitsgremiums wurden zunächst die ersten Ergebnisse der Eigentümeraktivierung präsentiert. In drei Gemeinden liegen bereits aussagekräftige Resultate vor, während in einer weiteren Gemeinde der Prozess der Eigentümeraktivierung erfolgreich gestartet wurde.
Ein zentrales Thema dieser Sitzung war die Vorstellung der Satzung der Genossenschaft, die zum 01.01.2026 gegründet werden soll. Die wesentlichen Inhalte der Satzung wurden in enger Abstimmung mit dem Arbeitsgremium erarbeitet. Im nächsten Schritt wird die Satzung zudem der Kommunalaufsicht zur Prüfung vorgelegt. Des Weiteren wurde der 5-Jahresplan vorgestellt und der Mitgliedsbeitrag für die Genossenschaft festgelegt.
7. Sitzung des Arbeitsgremiums und Start des „Reallabors“ im April
In der 7. Sitzung des Arbeitsgremiums wurde das weitere Vorgehen für die Gründung der Organisationsstruktur besprochen. Außerdem wurde die Durchführung des „Reallabors“ thematisiert. In dem Reallabor sollen die verschiedenen Leistungen der Organisationsstruktur von April bis August erprobt werden. Insgesamt sollen fünf Leistungen in den beteiligten Gemeinden getestet werden. Das Ergebnis des Reallabors soll Kenntnisse über die Aufgaben der zukünftigen Organisationsstruktur geben.
Start der Eigentümeraktivierung im Dezember 2024
Die Gemeinden des WWR e.V. starteten im Dezember einen Serienaufruf zur Eigentümerbefragung/-aktivierung. Dafür wurden Fragenbögen an Eigentümerinnen und Eigentümer von leerstehenden Gebäuden und Baulücken in ihren Ortsteilen versandt. Mit der Eigentümerbefragung soll herausgefunden werden, ob seitens der Eigentümerinnen und Eigentümer beispielsweise Beratungsbedarf besteht oder ein Verkauf oder eine Bebauung beabsichtigt ist. Der Rücklauf der Befragung liefert wichtige Informationen zur Bewertung der Flächen und Objekte und wird in die Raumkarte integriert.
5. und 6. Sitzung des Arbeitsgremiums im November 2024 und Januar 2025
In der 5. Sitzung des Arbeitsgremiums wurden die Aufgaben und die Rechtsform der Organisationsstruktur mit den Teilnehmenden final festgelegt. Es wurde sich auf zwei mögliche Rechtsformen beschränkt: eine GmbH oder eine Genossenschaft. Zu den definierten Aufgaben wurden Stundenaufwände und Kostenschätzungen hinterlegt, sodass es auch kalkulatorisch eine Diskussionsgrundlage gibt. Am 21.01.2025 beschlossen die Bürgermeister der Gemeinden Barchfeld-Immelborn, der Krayenberggemeinde sowie der Städte Vacha und Werra-Suhl-Tal in der 6. Sitzung des Arbeitsgremiums den gemeinsamen Weg der Gründung der Organisationsstruktur zu gehen und die dafür notwendigen Schritte einzuleiten. Der Beschluss zur Rechtsform Genossenschaft wurde einen Monat später gefasst.
Aktionstag „Bauen im Dorf“ am 19.10.2024
Der diesjährige Aktionstag „Bauen im Dorf“ im Hotel Adler in Vacha bot spannende Einblicke in die Themen Graue Energie und energetische Gebäudesanierung im ländlichen Raum. Im Mittelpunkt standen die Kernsanierung des Rathauses in Vacha und die Vorstellung nachhaltiger Bauansätze, insbesondere die Sanierung und Umnutzung von Altbausubstanz sowie die regionale Steuerung der Siedlungsentwicklung. Im Ergebnis, so das Fazit der Beteiligten, hat der Aktionstag die Dringlichkeit der Auseinandersetzung mit dem Gebäudebestand in den Städten und Dörfern der Wartburgregion nochmal deutlich gemacht, aber auch Mut gemacht, diesen als Rohstoff für die Entwicklung der Gemeinden zu begreifen und sich für seinen Erhalt einzusetzen.
Exkursion in die Region OstWestfalenLippe am 05.09.2024
Wichtige Anregungen für das MORO-Projekt lieferte die Exkursion in die Region „OstWestfalenLippe“, die Vertreter der beteiligten Gemeinden und Partner des Projekts am 05.09.2024 unternahmen. Hier fand ein Austausch zwischen den beiden Regionen statt und die OWL GmbH stellte ihr Projekt „Interkommunale Entwicklungsgesellschaft“ vor. Die Präsentationen, Diskussionen und die Begehung der in Exeter vorgesehenen Projekte bot dem WWR e.V. einen Einblick in den Planungsstand der interkommunalen Strukturen für Wohnungsbau-, Immobilien-, Stadt- und Siedlungsentwicklung der beteiligten Gemeinden in OWL. Die gewonnenen Informationen haben wichtige Anregungen und Strategien zur Lösung konkreter Hemmnisse in Bezug auf die Entwicklung der eigenen Organisations- und Finanzstruktur geliefert.
3. und 4. Sitzung des Arbeitsgremiums im Juni und September 2024
In der 3. Sitzung am 12.06.2024 des Arbeitsgremiums wurden in Workshops die Aufgabenbereiche der Organisationsstruktur erarbeitet. Es wurden in zwei moderierten Gruppen die Arbeitsabläufe zur Entwicklung von Leerständen bzw. Baulücken analysiert und die Verteilungder Zuständigkeiten Kommune und regionaler Organisationsstruktur diskutiert. Die Ergebnisse dienten als Vorbereitung für die Rechtsberatung. Diese wurde in der 4. Sitzung am 11.09.2024 durchgeführt. Der Rechtsanwalt Dr. Dewaldt stellte die in Frage kommenden Rechtsformen und die mit ihnen verbundenen Vor- und Nachteile vor. Ein wesentlicher Aspekt der Beratung bestand in der Diskussion der Aufgabenteilung zwischen lokaler und regionaler Rechtsform und deren Auswirkung auf die Finanzierung der regionalen Aufgaben sowie investiver Projekte über einen regionalen Siedlungsfond. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse des Aufbaus der regionalen Datenbank für Leerstände und Flächenpotenziale präsentiert und nächste Schritte zur Nutzung der Datenbank für die Arbeit in Gemeindegremien und die Öffentlichkeitsarbeit vereinbart. Es wurden erste Ergebnisse der beispielhaften Umsetzung eines gemeinsamen Projekts zur Innenentwicklung vorgestellt. Das Projekt besteht in der Nutzung einer KI zur Visualisierung von Sanierungsvorschlägen für leerstehende Objekte.
Erarbeitung von Informations- und Entscheidungsgrundlagen – Begehungen im Juli 2024
Für den Aufbau der gemeinsamen Datenbank zum Flächenmanagement und Innenentwicklung wurde ein webbasiertes Flächentool erstellt und die von den Kommunen übermittelten Daten zu Leerständen, Baulücken und formellen sowie informellen Planungsinstrumente eingearbeitet. Von Juni bis Juli fanden dann die Begehungen zur Überprüfung der Baulücken und Leerstände statt. Vor Ort wurde mit einem Tablet die tatsächlichen Innenentwicklungspotenziale bewertet und mit Fachinformationen angereichert. Bereits vorhandene Fachdaten wurden verknüpft.
2. Sitzung des Arbeitsgremiums am 27.03.2024
Bei der Sitzung des Arbeitsgremiums am 27.03.2024 wurden die Aufgaben der Organisationsstruktur klar definiert und über mögliche Rechtsformen diskutiert. Neben klassischen Aufgaben der Innenentwicklung, wurde auch die Übertragung der Bauleitplanungen an einen gemeinsamen Planungszweckverband diskutiert. Davon wurde sich in der Sitzung jedoch distanziert und entschieden, dass diese Aufgabe in den jeweiligen Kommunen bleiben sollte. Wesentliche Gründe hierfür sind die gehaltlichen Einstufung des Personals in den Bauverwaltungen und die damit verbundene Zuweisung von Aufgabenbereichen, die nicht ohne personelle Verluste geändert werden können.
Auftaktveranstaltung in Gerstungen im November 2023
Am 29.11.2023 trafen sich die Mitglieder des Werra-Wartburgregion e. V. zum Auftakt des MORO-Forschungsprogramms „Regionale Steuerung der Siedlungs- und Freiraumentwicklung“ im Bürgersaal in Gerstungen. In diesem Modellvorhaben fördert das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) innovative Ansätze in der regionalen Flächensteuerung in verschiedenen Modellregionen in Deutschland. Der Werra-Wartburgregion e. V. hat sich für dieses Forschungsprogramm beworben und im April 2023 einen positiven Förderbescheid für die Durchführung des Forschungsprojektes „Regionale Siedlungsentwicklung in der Werra-Wartburgregion“ erhalten. Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer gemeinsamen Organisations- und Finanzierungsstruktur sowie die Stärkung der Innenentwicklung und der strategischen Siedlungsentwicklung auf regionaler Ebene. Dazu soll unter anderem eine gemeinsame Datenplattform in Form einer Raumkarte mit Leerstandskataster entwickelt werden. Diese soll durch ein externes Management einheitlich für die gesamte Region erstellt und fortlaufend aktualisiert werden. In der Auftaktveranstaltung waren sich die Mitglieder einig, dass dies ein wichtiges Instrument für die Entwicklung der Kommunen in der Werra-Wartburgregion sein kann. Darüber hinaus wurden weitere mögliche Projekte im Rahmen des MORO-Forschungsprogramms diskutiert, wie z. B. Workshops zur besseren Entwicklung von leerstehenden Gebäuden oder Flächen. Die Mitglieder des Werra-Wartburg e. V. stehen dem Forschungsprojekt positiv gegenüber und werden sich im März 2024 erneut treffen.
1. Querschnittsworkshop in Mannheim im November 2023
Am 23. und 24.11.2023 trafen sich die sieben MORO-Modellregionen gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und der Forschungsassistenz zum ersten Querschnittsworkshop in Mannheim. Neben einem Einblick in den Arbeitsstand und die Herausforderungen der einzelnen Regionen gab es viel Zeit und Raum für Diskussion und Austausch zu den Themen Flächenentwicklung, Steuerung der Flächeninanspruchnahme und Innenentwicklung. Besonders bereichernd ist die Zusammensetzung der Modellregionen im Forschungsprogramm. Neben ländlichen Regionen wie der Werra-Wartburgregion sind auch sehr urbane Räume wie die Metropolregion Rhein-Neckar oder die Metropolregion Hamburg mit einem Projekt beteiligt.
Dialogforum MORO in Bonn im April 2023
Die Vereinsvorsitzende des WWR e. V. - Sylvia Hartung und die Regionalmanagerin Sigrun Palinske haben am 19.04.2023 am 1. Dialogforum im Bundeinstitut für Bau‑, Stadt- und Raumforschung in Bonn teilgenommen. Nach der allgemeinen Einführung zum Hintergrund des MORO gab es für alle Vertreter*innen die Möglichkeit die Modellregionen vorzustellen. Hauptanliegen des Dialogforums war der Austausch der Modellregionen über neue Flächenansprüche und Defizite in der Steuerung. Neben einem Input aus der vorbereitenden Expertise wurden z. B. die Auswirkungen bzw. Herausforderungen aus neuen Trends der Flächeninanspruchnahme diskutiert.






